Zusammenfassung:
Die energetische Sanierung von Wohngebäuden wird durch steigende Energiekosten und gesetzliche Vorgaben immer wichtiger. Dank großzügiger Förderungen durch die KfW und BAFA können Modernisierungen finanziell attraktiv gestaltet werden. Hier erfahren Sie, welche Programme es gibt und wie Sie von ihnen profitieren können.
KfW-Förderung: Welche Zuschüsse gibt es für die energetische Sanierung?
Die energetische Sanierung von Wohngebäuden ist heute wichtiger denn je. Steigende Energiekosten, verschärfte gesetzliche Anforderungen und das wachsende Bewusstsein für Klimaschutz machen die Modernisierung des Gebäudebestands zu einer zentralen Aufgabe. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Eigentümer dabei mit attraktiven Förderprogrammen, die bis zu 45% Tilgungszuschuss oder direkte Zuschüsse von bis zu 70% ermöglichen.
Aktuelle Förderprogramme im Überblick 2024
KFW Programm 261 - Effizient Sanieren
Das Kernprogramm für umfassende energetische Sanierungen bietet:
- Kredite bis zu 150.000 € pro Wohneinheit
- Tilgungszuschüsse zwischen 5-45% je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard
- Zusätzliche Boni für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit
- Förderung der Fachplanung und Baubegleitung mit bis zu 50%
KfW Programm 458 - Heizungsförderung
Speziell für den Heizungstausch konzipiert:
- Grundförderung von 30% für klimafreundliche Heizungen
- Zusätzliche Boni möglich:
- Klimageschwindigkeitsbonus: +20%
- Einkommensbonus: +30%
- Emissionsminderungszuschlag: 2.500 €
- Maximale Gesamtförderung: 70%
BAFA Zuschüsse
Ergänzend zur KfW-Förderung:
- Förderung von Einzelmaßnahmen
- Energieberatung mit bis zu 50% Zuschuss
- Spezielle Programme für erneuerbare Energien
Förderfähige Sanierungsmaßnahmen
Gebäudehülle optimieren
- Außenwanddämmung (WDVS oder Kerndämmung)
- Dach- und Kellerdeckendämmung
- Fenster- und Türentausch
- Sommerlicher Wärmeschutz
Anlagentechnik modernisieren
- Wärmepumpen aller Art
- Hybridheizungen
- Solarthermische Anlagen
- Biomasseanlagen
- Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
Erneuerbare Energien integrieren
- Photovoltaikanlagen mit Speicher
- Solar-Hybridanlagen
- Gebäude- und Wärmenetze
Förderfähige Energiesparmaßnahmen im Detail
Die energetische Sanierung eines Wohngebäudes umfasst verschiedene Bereiche, die durch KfW und BAFA gefördert werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Energieverbrauch deutlich zu senken und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhöhen. Nachfolgend erläutern wir die wichtigsten Sanierungsbereiche und ihre Fördermöglichkeiten.
Dämmung der Gebäudehülle - Das Fundament der Energieeffizienz
Eine effektive Wärmedämmung bildet das Herzstück jeder energetischen Sanierung. Durch eine fachgerechte Dämmung lassen sich die Heizkosten erheblich reduzieren - bei einem unsanierten Altbau oft um 30 Prozent und mehr. Die KfW fördert dabei verschiedene Dämmmaßnahmen an der gesamten Gebäudehülle.
Die Außenwanddämmung spielt dabei eine zentrale Rolle. Hier kommen verschiedene Systeme zum Einsatz: Das klassische Wärmedämmverbundsystem (WDVS) wird außen auf die bestehende Fassade aufgebracht. Bei zweischaligem Mauerwerk bietet sich alternativ eine Kerndämmung an. Ist eine Außendämmung nicht möglich, etwa bei denkmalgeschützten Fassaden, kann auch eine Innendämmung gefördert werden.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Dachdämmung. Über ein ungedämmtes Dach können bis zu einem Drittel der Heizenergie verloren gehen. Die Förderung umfasst sowohl die Dämmung der Dachschrägen als auch der obersten Geschossdecke. Letzteres ist besonders wirtschaftlich, wenn der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt wird.
Moderne Heiztechnik für maximale Effizienz
Die Heizungsmodernisierung bietet enormes Einsparpotenzial. Moderne Systeme arbeiten deutlich effizienter als alte Anlagen und können zudem erneuerbare Energien nutzen. Das neue KfW-Programm 458 fördert den Einbau klimafreundlicher Heizsysteme mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten.
Besonders stark gefördert werden Wärmepumpen in verschiedenen Ausführungen. Sie nutzen Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und arbeiten besonders effizient in Verbindung mit einer Fußbodenheizung oder großflächigen Heizkörpern. In der Kombination mit einer Photovoltaikanlage können sie einen Großteil der benötigten Energie selbst erzeugen.
Auch Biomasseanlagen wie Pelletheizungen erhalten hohe Förderungen. Sie gelten als klimaneutral, da sie nur so viel CO2 freisetzen, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben.
Moderne Anlagen arbeiten dabei sehr effizient und emissionsarm.
Lüftung und erneuerbare Energien - Für ein gesundes Raumklima
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist besonders in gut gedämmten Gebäuden sinnvoll. Sie sorgt für konstanten Luftaustausch, spart Heizenergie und beugt Schimmelbildung vor. Die KfW fördert sowohl zentrale als auch dezentrale Lüftungsanlagen.
Die Integration erneuerbarer Energien wird besonders unterstützt. Photovoltaikanlagen in Kombination mit Batteriespeichern ermöglichen eine weitgehend autarke Stromversorgung. Solarthermieanlagen können die Warmwasserbereitung und Heizung unterstützen. Besonders effizient sind Hybridsysteme, die verschiedene erneuerbare Energiequellen intelligent kombinieren.
Übersicht der KfW-Förderprogramme
Die KfW bietet verschiedene, aufeinander abgestimmte Förderprogramme für die energetische Sanierung an. Diese wurden Anfang 2024 neu strukturiert, um den gestiegenen Anforderungen an den Klimaschutz gerecht zu werden. Die Programme unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung und den Förderkonditionen.
KfW 261 - Gesamthaussanierung mit günstigem Zins & Tilgungszuschuss
Das Programm "Energieeffizient Sanieren" (261) richtet sich an Eigentümer, die ihr Wohngebäude umfassend energetisch modernisieren möchten. Je nach erreichtem Effizienzniveau winken attraktive Tilgungszuschüsse:
- Grundförderung bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit für Effizienzhaus-Sanierungen
- Tilgungszuschüsse zwischen 5% und 45% je nach erreichtem Standard
- Zusätzliche 5% Bonus bei Vorlage eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP)
- Besondere Förderung für denkmalgeschützte Gebäude
Ein wichtiger Aspekt des Programms 261 ist die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung. Hierfür können zusätzlich bis zu 50% der Kosten, maximal 5.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern, gefördert werden.
KfW 458 - Heizungsförderung mit bis zu 70% Zuschuss
Seit 2024 gibt es mit dem Programm 458 eine spezielle Förderung für den Heizungstausch. Dieses Programm setzt starke Anreize für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme:
Die Grundförderung beträgt 30% der förderfähigen Kosten. Diese kann durch verschiedene Boni deutlich erhöht werden:
- Klimageschwindigkeitsbonus (20%): Beim Austausch besonders alter oder ineffizienter Heizungen
- Einkommensbonus (30%): Für Haushalte mit einem Jahreseinkommen bis 40.000 Euro
- Emissionsminderungszuschlag: Pauschal 2.500 Euro bei besonders emissionsarmen Biomasseanlagen
Wie läuft der Antragsprozess für KfW-Förderungen?
Der Weg zur KfW-Förderung folgt einem klar strukturierten Prozess. Zentral ist dabei die frühzeitige Einbindung eines Energieeffizienz-Experten, der in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena geführt wird. Dieser erstellt die notwendigen Nachweise und begleitet die Sanierung fachlich.
Der erste Schritt ist immer die Antragstellung VOR Beginn der Maßnahmen. Als Vorhabensbeginn gilt bereits der Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen. KfW-Kredite werden über die Hausbank beantragt, während Zuschüsse wie beim Programm 458 direkt bei der KfW online gestellt werden können.
Für die Antragstellung sind verschiedene technische Nachweise erforderlich. Der wichtigste ist die "Bestätigung zum Antrag" (BzA), die vom Energieeffizienz-Experten ausgestellt wird. Nach Abschluss der Maßnahmen erfolgt eine weitere Prüfung durch den Experten, der die korrekte Umsetzung in der "Bestätigung nach Durchführung" (BnD) dokumentiert.
Besonders wichtig: Die Förderung ist nicht mit allen anderen Förderprogrammen kombinierbar. Während beispielsweise die gleichzeitige Nutzung von BAFA-Zuschüssen für die Energieberatung möglich ist, schließen sich verschiedene KfW-Programme teilweise gegenseitig aus. Eine genaue Prüfung der Kombinationsmöglichkeiten ist daher unerlässlich.